Ly r ik

Der Regen

Der Regen höchstens kalt

oder wärmer,

aber immer naß.

Verdammt.

°

Der Regen

°

Immer siehst du ihn kommen

und immer erwischt er

dich

und wenn es das Auto

an der Kreuzung

und die Pfütze ist.

°

Der Regen

°

Der  Regen spielt mit dir.

Du mit deinem Schirm

versuchst gegen zu halten.

Dann kommt er von hinten

und es ist aus.

°

Der Regenschirm

°

Ein Paar,

zwei Schirme.

Nicht schlecht

aber gut?

°

 aus   "Regen in 52 Miniaturen"

Lothar Seidler Verlag

  

  

 Wir brauchen das

Wir brauchen das nicht wirklich

 

Hast Du nichts.

Hab ich was.

Wenn ich nichts hab,

hast Du was.

Haben wir beide was,

läuft nichts mehr.

Haben wir beide nichts,

haben die Kinder was.

Und hat ein Kind nichts,

hat das andere Kind alles.

Und haben wir nichts,

tatsächlich wir alle nichts,

denken wir daran,

das bald einer von uns

wieder was hat.

Und?

Das wäre es dann.

 

09/2006

veröffentlicht in Anthologie "Komm, Muse reich mir den Stift!" Joker Lyrik-Preis

2007

 

 

Die Dicke der Eichen ein Trost

 

 

 Das Hängen der Birkenzweige eine Erinnerung,

Betula pendula.

 

 

Ein Weg der sich verändert,

ein Weg wo meine Füße gerne laufen.

 

 

Zäune die verfallen nur Zäune,

kein Zeichen von Streit mehr.

 

 

Ein Radfahrer dessen Rad klappert,

angenehme Unvollkommenheit.

 

  

Einer der langsam an mir vorbei zieht,

aber mich dabei nicht überholen will, ein aussterbender Vorgang.

 

 

Ein Baum der sagt, dass er lebt,

Blätter die der Wind blättert.

 

 

Ich, der glaubt, an die Wichtigkeit des Wichtigen,

an die Kraft des Genauen.